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  • schiigaa 10:13 am 6. June 2011 Permalink | Kommentar  

    Alle kennen sie. Die gewissen Leute. Die Pendler, die einem auf den Keks gehen. Vielleicht sind sie nur zufällig gerade auch im Zug – egal. Auch sie pendeln gerade von A nach B. Meistens reichen 30 Sekunden und sie schaffen den noch-einmal-und-es-passiert-was Pegel zu erreichen. Und nein, in diesem Fall bin ich nicht nett, lieb, brav und tolerant. Aber dann beginnen wir mal am Anfang der Geschichte.

    – Frau die in der Stosszeit keinen Finger krümmt um ihre Tasche vom Sitz nebenan zu heben.

    – Frauen die aufstehen, kaum ist der Zug angefahren, um bei der nächsten Station auszusteigen.
    (Im besten Fall stehen Sie an der falschen Tür und drücken sich ganz hektisch an allen vorbei, damit sie auf der Rolltreppe rechts stehen können!

    – Leute die fragen: “ist da noch frei?!” – dabei ist der Platz leer. Die bekommen keine Antwort mehr von mir.

    – Frau die laut seufzt, wenn Sie ihre Tasche vom Sitz nimmt. (Zur Belohnung bekommt Sie ein “zufälliges” Vertreten und keine Entschuldigung)

    – Mann der mir in den Nacken hustet. (Sauhund!)

    – Anzug-Mann, der in aller Ruhe seinen Edelstahl Löffel aus der Serviette packt, sein Toni-Joghurt öffnet und auch die letzten Reste mit lautem “klimper, klimper, klimper” auslöffelt.

    – Hippie der seine nackten Füsse ohne Unterlage auf dem Sitz platziert.

    – Nerds die mit ihrem iPad angeben müssen und wild darauf rumfuchteln. – Ja, ich habs gesehen.

    – Teenies die SO LAUT Musik hören, dass ich jeden Song von Bligg nachsingen könnte.

    – Schweissgeruch (meistens dicker Mann) am Morgen. – Tipp: Wenn ihr nicht duscht, nehmt wenigstens Deo. Auch das riecht eklig aber 100 mal besser.

    – Meitli die Fingernägel feilt. (iiiiih, dieses Geräusch!)

    – Meitli die sich 10 Minuten schminkt und mir zum Schluss das Puder über die Hosen kippt. – könnt ihr das nicht Zuhause oder auf dem Bahnhof-WC machen?

    – Gangstas die sich über Youpor* unterhalten. Am besten detailliert über gesehene Szenen.

    – Schmatzende Paare die sich fast auffressen.

    – Nachbarn die zusammen Zug fahren und über die Siedlung lästern.
    (Nur weil bei XY kein warmes Wasser kommt, lässt Sie es 10 Minuten fliessen… Und ich soll ihren Wasserverlust zahlen? So also nöd!) Oder das bekannte Waschküchen Drama.

    – Kiffer die so bekifft sind, dass Sie sich fast übergeben müssen. (Um 16.00 Uhr?)

    – Morgenmenschen die man täglich im Zug sieht und die meinen man ist darum miteinander befreundet. (Hüt hätts also weniger Lüüt, gäll?)

    – Der Sepp und Pauli, die SVP wählen und über dreckige Ausländer lästern. – wobei nebenan gerade der Ümit sitzt.

    – Oder einfach SVP-Wähler die total falsche Argumente bringen. (Und ich Sie am liebsten anschreien würde das stimme so nicht!)

    – Leute die mich zum Fremdschämen animieren.

    – Meitli die ihre Nägel lackieren. – JETZT STERBE ICH DEFINITIV!

    Ich habe nur einiges genannt. Die Liste könnte man sicher noch stundenlang weiterführen. Zum Beispiel gibt es auch den Papeli mit den Käsefüssen und den unterschiedlich farbigen Socken auf dem Polster. Solltest du dich in einigen Punkten wieder erkennen: bisch en Grüsel!

     
    • seenia 10:33 am 6. Juni 2011 Permalink | Kommentar

      wenn ich das so lese, weiss ich wieder, warum ich nie mehr pendeln will. mir reicht da schon einmal im monat im abendverkehr nach zizers oder bern zu fahren. OMG sag ich da nur!

      obwohl ich jetzt den, der dich fragt, ob da noch frei ist, noch nett finde. :)

    • Andreas @aendu Aerni 11:03 am 6. Juni 2011 Permalink | Kommentar

      Beim Pendeln kommt offensichtlich der schöne und unschöne Teil der Menschheit an einem Ort zusammen. Ganz klar, dass das eine oder andere No-Go dabei auftritt. Aber so sind Leute halt.
      Ich wünsche dir ein bisschen mehr Gelassenheit. Ist im Fall einfacher, als all die Leute erziehen zu wollen.

      • schiigaa 12:55 am 6. Juni 2011 Permalink | Kommentar

        da hast du natürlich recht! aber zum glück ziehe ich, aus dem schlechten verhalten, meine vorteile und darf schreiben. :) meistens habe ich doch ein positives lächeln mit dabei. (ausser vielleicht das nacken-husten) :)

    • Roger 22:22 am 7. Juni 2011 Permalink | Kommentar

      Also ich frag auch immer ob der Platz noch frei ist – aber eher aus reiner Höflichkeit :P

    • Stephan Leuenberger 11:06 am 21. Juni 2011 Permalink | Kommentar

      Ja muss zugeben kommt mir einiges bekannt vor, früher viel trämli gefahren speziel der nackenhuster.

    • Streitsucht 14:11 am 29. Juni 2011 Permalink | Kommentar

      Aus dem Grund fahre ich Auto ;)

  • schiigaa 10:28 am 31. May 2011 Permalink | Kommentar
    Tags: freispruch, jörg, kachelmann   

    «in dubio pro reo» – free jörg.

     
  • schiigaa 14:39 am 16. May 2011 Permalink | Kommentar
    Tags: musik, the verve, video   

    zur feier des tages:

     
  • schiigaa 21:32 am 4. April 2011 Permalink | Kommentar  

    Es war einmal an einem Dienstag.

    Ich dachte immer ich hätte schon einiges erlebt. Aber letzte Woche kam es noch besser. Bereits beim Gleis 23 ist sie mir aufgefallen. Junge Frau, hellbraune/blonde haare zu einem Knoten hingewuselt (aber so, dass jedes Haar genau an seinem Platz war), trägt schwarze Ballerinas, Strümpfe und ein Rotkäppchen-Mantel inkl Kapuze – in schwarz.

    Nicht bescheiden und abgehetzt steht sie am Gleis. Nein, sehr ausgeruht und hochnäsig steht sie mit ihrer übergrossen Shoppingtasche dort.

    S9 fährt ein. Wie immer stehe ich nahezu perfekt am Eingang. Schwarzkäppchen wartet natürlich nicht bis alle ausgestiegen sind. Sie drückt sich schon vorher rein und schubst mich beim vorbeigehen noch zur Seite. Vielen Dank. Ich folge ihr nach oben und muss mich bereits wieder mit meinen Fragezeichen beschäftigen. Sie sitzt am Gang und pfeffert ihre Shoppingtasche neben sich auf den Fensterplatz. Wunderschön! Ich setz mich ins Abteil nebenan. Stadelhofen, Schoppingtüte bleibt dort. Stettbach, Tüte bleibt vorerst dort. S9 fährt an und eine ca. 35-Jährige fragt nett „ist da noch frei?“ und jetzt was passiert? Sie drückt ihre Übergrosse Tasche „etwas“ an sich – oh ja. Die Tasche bleibt auf dem Sitz und die andere drückt sich vorbei, setzt sich hin und sitzt natürlich zur Hälfte auf der Tüte. Peinlich berührt muss ich in die andere Richtung sehen. Mir mal wieder das Lachen verkneifen. Der beste kommt natürlich zum Schluss. Während die gerade gesetzte einen wütenden Blick Richtung Schwarzkäppchen wirft, versucht diese ihre Tüte mehr an sich zu drücken – damit ihr nichts passiert.

    „Sehen Sie den nicht? Sie sitzen auf meiner Shoppingbag!“ – ich grinse bereits. Da meint die andere ganz nett „Ach wirklich? Böser Hintern!“ – und ich lache laut.

    Während Schwarzkäppchen die Tüte mit aller Kraft hervorzerrt, hält meine geliebte S9 mit einem schwungvollen Ruck und befördert die liebste gleich noch zwei Treppentritte weiter als gewünscht. Karma, ich danke noch immer – Jedem das, was er verdient.

     
  • schiigaa 17:26 am 17. March 2011 Permalink | Kommentar  

    2001. ich war 14. es war nicht mein jahr. wohl auch nicht das der amerikaner. obwohl schon 3649 tage verstrichen sind, kann ich mich genau daran erinnern. zwar war es das jahr der besserung, doch ich wusste nicht, ob die späteren jahre besser oder schlimmer werden. ich hoffte auf besser, schlimmer ging kaum.

    ich weiss noch, wie wir durch das dorf fuhren. ich in deinem velositz. wie wir gelacht und geträllert haben. später hatte ich mein eigenes, pinkiges mini velo. auch mit dem habe ich dich täglich zum einkaufen begleitet. alleine der kampf um ein veloständerplatz war es schon immer wert. “alle meine entchen” wurde in allen versionen gesungen und immer haben wir noch was besseres gereimt. die bibliothek war ebenfalls viel in der tour inbegriffen. sie kannten uns. sagen wirs so. das ganze dorf kannte uns. war ich ohne dich unterwegs frage man mich: “wo ist den dein begleiter?”

    ich weiss noch, wie ich am fenster stand und die (damals) ungebauten felder betrachtete. wartete bis ich in der ferne ein “mannsgöggeli” sah und schrie durch die ganze wohnung “ich gseh ihn! dörf en go hole?” der lift war immer viel zu langsam. gefühlte stunden hüpfte ich von einem bein zum anderen und rannte dir entgegen. freute mich, wenn ich dein bekanntes lachen hörte.

    waren wir nicht auf dem velo, standen wir im garten. du hast den salat gepflückt, ich habe die ameisenwohnungen geschlossen. “da rägnets suscht ine und es überschwämmt alles!”. auch beim johannis- und brombeeren pflücken habe ich gern geholfen. die meisten hab ich gegessen, die restlichen waren für die confitüre.
    wenn ich ganz übermütig war, rannte ich die wege des gartens auf und ab. lange ging es kaum bis ich umfiel und mir die knie scheuerte. wir sind heim und sie hat mich verbunden.

    auch jetzt noch, wenn ich den rasenmäher in heissen sommertagen höre und der geruch frisch gemähten rasens rieche, denke ich an die damaligen jahre zurück.

    aber dann, in der wohl sonst schon schwersten zeit meines lebens, kam die schlechte nachricht. 1999. wir dachten, das millenium werde es mit dir nicht mehr geben. umsomehr habe ich mich auf den 31.12.99 bei euch gefreut. die tage verstrichen, die monate auch.

    der tag kam. 18.3.2001. ich stand an deinem bett. ich hab dich gestupst. aber du hast nur schwer geatmet und weitergeschlafen. ich ging weinend. später am abend konntest du auch gehen. für immer.

    nonno, ich vermisse dich.

     
    • B 17:43 am 17. März 2011 Permalink | Kommentar

      Wow ganz ä anderi Site lern ich da kenne. Schön gschriebe, uuu schön. Complimenti!

    • laura 20:12 am 17. März 2011 Permalink | Kommentar

      oh Dési. :-(

      aber uh schön.

    • mankoma 21:37 am 12. Januar 2012 Permalink | Kommentar

      Schön wie’s du gha häsch mit dim Grosspapi! Ich han leider nie eine gha, däfur ä mega fitti Grossmuetter :)

      Isch sicher schwirig gsi für dich, da du sicher uh fescht anem ghange bisch und au no so jung gsi bisch woner gange isch.

      D’Erinnerige hätt mär aber für immer, die chan eim niemert nä! :)

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